Wie eine stolze Rose

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Als ich beim Schreiben so aus dem Fenster sah und die Spaziergänger betrachtete, musste ich plötzlich an eine bunte Wiese denken. Die Menschen da unten, sie waren im Aussehen so verschieden: Da gab es dünne und dicke Leute, junge und alte, große und kleine. Und jeder von ihnen strahlte etwas ganz besonderes aus, etwas das ihn einmalig und schön machte – sie waren so vielfältig und vielgestaltig wie Blumen, fand ich.
Unwillkürlich fragte ich mich, warum nur um alles in der Welt so viele Menschen unbedingt eine stolze Rosenknospe sein wollen. Makellos und formvollendet, zurecht gestutzt von einem Gärtner, der nur ein einziges Bild von einer Blüte besitzt. Klar, es gibt spezielle Fälle in der Schönheitschirurgie, da muss und sollte eine Operation zum Wohle eines Menschen sein. Sie ist allerdings nicht dazu da, Gesichter zu einer Einheits­ware umzufunktionieren. Wir alle lieben doch schließlich die wunderbare Vielfalt eines bunten Blumengartens. Bei vielen Blumen kommt die Schönheit sogar erst richtig zur Geltung, wenn sie bereits den größten Teil ihres Lebens hinter sich haben – auch eine Rose, die ihre Blütenblätter entfaltet hat, ist meines Erachtens schöner als eine Rosenknospe. Außerdem: Nicht jeder mag Rosen. Viele Menschen mögen zum Beispiel die kleinen Blümchen vom Vergissmeinnicht oder die dicken, runden Hortensienblüten. Und jede Blume hat ihren ganz individuellen Duft und Charme. Und genauso ist es auch bei uns Menschen! Also, warum soll unsere ­Blumenwiese voller perfekter Rosenknospen sein, wenn das Leben eine so wunderbare Fülle zu bieten hat. Ich finde es toll, dass wir Menschen so verschieden sind. Vielleicht sollten wir manchmal den Anderen mehr fühlen lassen, wie besonders und schön er für uns ist. Außerdem macht ein gesundes Selbstbewusstsein einen Menschen noch attraktiver!    
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