So wie bei David gegen Goliath

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Die Überraschung ist dann wohl doch die beste Form der Verteidigung
Im letzten Sommer saß ich gemütlich im Liegestuhl und meine Katze räkelte sich genießerisch auf der Balkonbrüstung. Kurz darauf flog ein Vogel vorbei und landete etwa einen Meter neben meiner Katze.
Hocherfreut setzte sich diese in Lauerposition. Ich konnte nicht so recht glauben, was ich da sah. Was war nur mit den Jungvögeln los, wissen die etwa nicht mehr wie eine Katze aussieht? Denn es war nicht das erste Mal, dass es sich ein solches Tierchen hier im Katzen-Balkonrevier gemütlich machen wollte. Zum Glück sind sie aber immer rechtzeitig weg geflogen. Voller Anspannung saß ich also da und erwartete, dass der kleine Kerl seine Flügel ausbreiten und verschwinden würde. Aber nichts dergleichen geschah. Ganz im Gegenteil, er hüpfte auf meine Katze zu. Wie gebannt saß ich da und beobachtete. Genauso wie meine Katze, deren Augen immer größer und größer wurden. Sie rührte sich nicht und schien innerlich kleiner zu werden.
In ihren Augen spiegelten sich Fragen: Warum hüpft die Jagdbeute auf mich zu?
Bin etwa nicht ich der Jäger, sondern die Beute?
Im nächsten Moment berührte der Vogel ihr Fell und mit einem riesigen Satz sprang meine Katze von der Brüstung herunter und rannte wie von einer ­Tarantel gestochen in die Wohnung zurück. Ich musste laut lachen und dachte: Man muss nicht groß und stark sein, um sich zu verteidigen. Manchmal reicht es schon, sein Gegenüber aus dem Konzept zu bringen, indem man ihn mit einem untypischen Verhalten überrascht. Ja, dachte ich, Überraschung ist wohl die beste Form der Verteidigung.     
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