Risiko von Nierenversagen bereits vor großen Herz-Operationen bestimmen

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Studienergebnis aus Homburg in renommierter Fachzeitschrift The Lancet veröffentlicht

Wissenschaftler des Universitätsklinikums des Saarlandes haben ein Protein identifiziert, mit dessen Hilfe ein hohes Risiko für nachoperatives Nierenversagen bestimmt werden könnte. Die Studienergebnisse wurden im Fachmagazin The Lancet, einer der angesehensten medizinischen Zeitschriften, publiziert und stoßen weltweit auf große Resonanz. Die Erkenntnisse der Homburger Forscher könnten dazu führen, dass die Gruppe der Risikopatienten nachhaltig von dieser Methode der Früherkennung profitiert.

Wie behandelt man einen bestimmten Patienten bestmöglich? Diese Frage stellen sich Forscher rund um den Globus und suchen nach spezifischen Eigenschaften, mit denen man die Menschen identifizieren kann, die beispielsweise von einer ganz speziellen, individuellen Therapie profitieren. Auch die neuen Forschungsergebnisse aus dem Universitätsklinikum des Saarlandes UKS in Homburg zielen auf diese personalisierte Medizin ab. Eine Arbeitsgruppe der Klinik für Innere Medizin IV – Nieren- und Hochdruckkrankheiten (Direktor: Prof. Dr. Danilo Fliser) hat ein Protein identifiziert, anhand dessen das Fortschreiten von chronischen Nierenerkrankungen prognostiziert werden könnte. „Die ersten Ergebnisse konnten wir bereits im letzten Jahr beim europäischen Nierenkongress in Kopenhagen vorstellen“, berichtet Prof. Dr. Fliser. „Schon damals wurden die Ergebnisse unserer Arbeitsgruppe von der Fachwelt sehr positiv aufgenommen.“ Mit der aktuellen Publikation in der Fachzeitschrift The Lancet zeigt sich nun, welchen Stellenwert die Forschungsarbeit der Homburger hat: Das Magazin ist eines der wichtigsten Medien weltweit im Bereich der Medizin, nur ausgewählte Artikel werden darin veröffentlicht.
Grundlage der Erkenntnisse ist das Protein mit dem eher ungewöhnlichen Namen Dickkopf 3 oder kurz DKK 3. „Wenn eine chronische Nierenerkrankung fortschreitet, kommt es zu einer Vernarbung des Nierengewebes. DKK 3 ist eines der Proteine, die diesen schädlichen Prozess auslösen. Es wird in bestimmten Nierenzellen gebildet und kann dann im Urin nachgewiesen werden“, so Dr. Dr. Timo Speer, Oberarzt der Klinik und Leiter der Arbeitsgruppe. DKK 3 dient als sogenannter Biomarker – also als messbares Indiz – für eine chronische, fortschreitende Nierenerkrankung.
Diese Erkenntnis haben die Forscher in der nun vorliegenden Studie in Zusammenhang mit Nierenversagen nach komplizierten, lang andauernden Herz-Operationen gebracht. Denn Patienten nach großen herzchirurgischen Eingriffen haben das Risiko, ein akutes Nierenversagen zu entwickeln. Es kann in der Folge zu einer dauerhaften Funktionseinschränkung der Nieren kommen und die Patienten können sogar längerfristig dialysepflichtig werden. „Dies betrifft aber nur bestimmte Patienten und wir haben herausgefunden, dass wir diese ebenfalls mit Hilfe von DKK 3 identifizieren können“, erklärt Oberarzt und Erstautor der Studie Dr. Stefan Schunk „Wird vor der OP also das Protein im Urin des Patienten nachgewiesen, wissen wir: Dieser Patient ist gefährdet, wir müssen vorsorglich mit der Therapie beginnen, um das Risiko für ein Nierenversagen nach dem Eingriff zu senken.“
Klinikdirektor Fliser lobt die Arbeit der jungen Kollegen: „Diese Ergebnisse sind nicht nur für die Nephrologie, also die Nierenheilkunde, von Bedeutung. Alle medizinischen Disziplinen, die Patienten vor, während und nach großen chirurgischen Eingriffen betreuen, können sich die Erkenntnisse aus dieser Studie zunutze machen. Letztendlich profitiert die Gruppe der Risikopatienten, die dadurch identifiziert und somit zukünftig noch besser behandelt werden kann.“


 

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