Rund um Bliesmengen-Bolchen

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Landrat Dr. Theophil Gallo (Mitte)
überreichte zu Beginn der Wanderung
Bürgermeister Gerd Tussing
(rechts neben dem Landrat)
die Radierung
Foto: Sandra Brettar

Abschluss der Wanderungen mit dem Landrat anlässlich „200 Jahre Landkreis"

„Das ist heute die letzte von insgesamt sieben Wanderungen im Rahmen unseres Jubiläumsjahres ‚200 Jahre Landkreis‘. Ich bin froh, dass es der Saarpfalz-Touristik gelungen ist, einen Nachholtermin für die wegen der Starkregenereignisse im Juni abgesagten Wanderung zu organisieren. Die Region rund um Bliesmengen-Bolchen habe ich auf diese Art noch nicht kennen gelernt.

Und bei schönem Wetter kann ja jeder wandern“, freute sich Landrat Dr. Theophil Gallo und begrüßte die rund 45 Wanderinnen und Wanderer, die sich am Morgen des 10. Novembers trotz leichtem Regen bei kühlem Wetter hinter der Bliestalhalle einfanden. Auch der Mandelbachtaler Bürgermeister Gerd Tussing, der ebenfalls die Wanderschuhe geschnürt hatte, hieß alle herzlich willkommen und nahm das „Geburtstagsgeschenk“ des Kreises an die Kommune entgegen: eine Radierung des Homburger Künstlers Hermann Theophil Juncker, auf dem bemerkenswerte Ansichten des Saarpfalz-Kreises abgebildet sind.
Ortsvorsteher Hans-Bernhard Faas übernahm sogleich die Aufgabe, die Gruppe auf die Strecke zu schicken, nicht ohne vorher mit Stolz die hervorragende Dorfgemeinschaft in seinem Heimatort zu loben und auf die Silbermedaille für Bliesmengen-Bolchen beim 26. Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ hinzuweisen. Kaum einige hundert Meter zurückgelegt, folgte man der spontanen Einladung des Schützenvereins „Ruhige Hand“ e. V. 1960 Bliesmengen-Bolchen ins Vereinsheim. Der 1. Vorsitzende Andreas Hautz nutzte die Gelegenheit, den neuen vollelektronischen Schießstand zu präsentieren und Landrat Gallo ließ es sich nicht nehmen, die moderne Anlage und seine Zielsicherheit am Luftgewehr zu testen. Sicheres Etappenziel danach war auf jeden Fall das Brudermannsfeld bei Bebelsheim, das die Karawane vorbei am Dreibrunnenhof und durch den Buchenwald nicht unbedingt trockenen Fußes erreichte. Hie und da mussten immer wieder die Regenschirme aufgespannt werden, doch tat dies der entspannten Stimmung keinerlei Abbruch.
An Brudermannsfeld angekommen, lauschten alle gespannt der Erzählung von Wanderführer Bernhard Becker, Fachbereichsleiter Kultur und Heimatpflege, über den einst dort lebenden Eremiten und das Wunder, das um das von ihm geschnitzte Vesperbild der Pfeilenmadonna rankt. Die besagte Skulptur ist heute in der Heilig-Kreuz-Kapelle in Blieskastel zu finden. Der Legende nach soll die Gründung des Klosters Gräfinthal in Zusammenhang mit dem Wunder von Brudermannsfeld stehen. Der Klosterkapelle Gräfinthal galt dann auch der letzte Zwischenstopp, wo Bruder Petrus die Wandergruppe empfing. Bernhard Becker skizzierte die Geschichte des ehemaligen Wilhelmitenklosters, das 1785 von Papst Clemens XIV. aufgelöst und erst 1999 vom Benediktiner-Orden neu besiedelt wurde.
Nach einem intensiven Blick auf das alte Taubenhaus mit der Inschrift 1766, das bisher alle stürmischen Zeiten überdauerte, verließ die Wandergruppe den Weiler Gräfinthal und gelangte durch die alte Allee wieder in den Ort hinein, wo das „Haus für Dorfgeschichte“ nicht mehr weit war. Gudrun und Harald Pawendat sowie heimelige Wärme empfingen die Wandergruppe, die bis dahin gut drei Stunden unterwegs war, beim Betreten des liebevoll gestalteten Dorfmuseums. Das Ehepaar Pawendat, das seit 2013 mit viel Herzblut das Haus der Dorfgeschichte in der Bliestalstraße 67 leitet, hatte Vesperplatten und Getränke vorbereitet, die die Saarpfalz-Touristik zum gemütlichen Abschluss spendierte. Der 1. Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Bliesmengen-Bolchen, Jan Flieger, bereicherte das kulinarische Schmankerl mit einer Kostprobe diverser selbst gebrannter Schnäpse. Landrat Gallo und alle Besucherinnen und Besucher waren angetan sowohl von der Gastfreundschaft als auch vom überlieferten Brauchtum in der umgebauten Scheune. „Zum Friseur wäre ich hier ja noch gegangen, aber was den Zahnarzt betrifft, so bin ich doch über die Ausstattung in den heutigen Praxen ganz froh“, scherzte der Landrat nach einem Rundgang durch die oberen Etagen, wo unter anderem ein historischer Friseursalon und die Arbeitsmaterialien des früheren Dorfzahnarztes zu besichtigen sind. Landrat Gallo bedankte sich bei der Saarpfalz-Touristik, bei den Bliesmenger Akteuren und bei der Wandergruppe für den gelungenen Tag. „In welcher Gegend des Saarpfalz-Kreises wir in diesem Jahr auch unterwegs waren, so hat es mir persönlich großen Spaß gemacht, unsere Heimat bis in abgelegene Winkel mit wunderbaren Kleinode neu zu entdecken. Das positive Feedback der Teilnehmerinnen und Teilnehmer – und viele von Ihnen sind ja heute auch nicht das erste Mal dabei – bestärken mich darin, dieses bewährte Angebot im kommenden Jahr, natürlich mit Unterstützung der Saarpfalz-Touristik, fortzusetzen“, kündigte der Landrat abschließend an.


 
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